kunstvollaltern und lebenskunstvollsterben

unterstützt Höhen und Tiefen kunstvollen Alterns mit Fantasie, Fotografie, Poesie, Clownerie

Campus peregrini ( Gesa und Holger Heiten, Neuerode)

Campus Peregrini – warum?


"In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt,
bewegt sich die Vorsehung auch.
Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen.
Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung
und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle,
Begegnungen und materielle Hilfen."
J.W. von Goethe

Ohne Bindung und Beziehungsvorgänge kein Leben.
Immer müssen zwei unterschiedliche Standpunkte so in Einklang gebracht werden, dass etwas Neues entsteht, was alles Vorherige enthält und zugleich ganz anders definiert. Diese Verbindung zweier (oder vieler) unterschiedlicher Standpunkte in einem gemeinsamen Anliegen, das voller Widersprüche bleibt ist vielleicht eine präzise Beschreibung einer liebenden Bindung.
Wir, Wiebke und ich, sind davon überzeugt, dass das die „lebendige Wirklichkeit“ schlechthin ist. Danach leben wir mit Versuch und Irrtum seit vielen Jahren. Die Energie für dieses Unterfangen nehmen wir aus der Überzeugung, dass wir Menschen derzeit diese Wirklichkeit verfehlen, weil die Schubkraft zur Weltbeschreibung und Welterfahrung unserer Zivilisation sich von der Erfahrung der Lebendigkeit abgewandt hat und eine liebende Praxis für eine Privatangelegenheit hält und nicht als Instrument der Begegnung schlechthin erkennt. Wir wollen in unserem bescheidenen Rahmen ein Licht anzuzünden für diese lebendige Wirklichkeit.
Wir sehen diese Wirklichkeit als schöpferischen, poetischen Prozess einer sich ständig neu entfaltenden Freiheit zur Individuation und zur immer wieder geknüpften Verbundenheit.
Dieser Prozess, dieser Drang zu uns selbst und zur Fülle des Teilens, den wir in dieser „Wirklichkeit“ wahrnehmen heißt historisch gesehen „Eros“.
Die Erotik, von der Welt berührt zu sein und diese zu berühren, ist für uns fundamental.
Unsere Überzeugung: Leben in intensiver Form ist immer eine Praxis der Liebe. Erst wenn wir unsere Existenz wieder als eine Praxis der Liebe erfassen lernen, werden wir die überwältigenden ökologischen und humanen Dilemmata, denen wir gegenüberstehen, neu begreifen und Mittel finden können, anders mit ihnen umzugehen als bisher.
Erfolgreiche Bindung heißt somit Zweierlei: Ohne Angst lebendig sein – und mutig sterben lernen.
Wir, Wiebke und ich leben erotische Affären mit Steinen, Pflanzen, Flüssen, Tieren, Menschen, Worten und Bildern. Wir möchten durch sie zu verstehen versuchen, in welch überwältigendem Maß das Erotische – die Sehnsucht nach einer Praxis sinnstiftenden Berührtseins in unserer körperlichen Existenz – die Wirklichkeit bestimmt.
Ein wunderbarer Platz, eine Heimat für unser lebendiges, liebevolles Leben ist für uns der „campus peregrini“ in Neuerode. (Eschwege Institut)
Wir sind berührt und dankbar, dort immer willkommen zu sein.
Wiebke Plett und Hanna Scotti

Eine Unterstützung zu diesem „Bekenntnis“ fanden wir bei Andreas Weber: „ Eine erotische Ökologie“